Austria Center Vienna: Starkem Eventjahr 2019 folgt möglicher Totalausfall 2020

Das Austria Center Vienna konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 trotz laufenden Umbaus ein erfolgreiches Ergebnis erzielen. Dieses Jahr hat die weltweite Corona-Pandemie auch massive Auswirkungen auf die Kongressbranche und den Tourismusstandort Wien. Der kommende Kongress-Herbst wird über einen möglichen Totalausfall 2020 entscheiden.

Die meisten internationalen Großkongresse wurden verschoben oder abgesagt. Im Gegenteil zu Fach- und Publikumsmessen fehlt bisher noch Planungssicherheit für Kongresse ab Herbst. Aus aktuellem Anlass bietet Österreichs größtes Kongresszentrum spezielle Meeting-Angebote mit eigenem Hygienekonzept an.

„2019 war in jeder Hinsicht ein erfolgreiches Jahr. Trotz Start unseres großen Modernisierungsprojektes konnten wir an die Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen. Heuer wäre laut Buchungsstand ein absolutes Rekordjahr gefolgt. Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Kongressverschiebungen und -ausfälle machen stattdessen sehr schmerzhaft deutlich, welch hohe Bedeutung die Kongresswirtschaft für den Tourismusstandort Wien hat“, sagt Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna.

Internationale Gäste sicherten 2019 über 3.000 Arbeitsplätze

Mit 91.501 internationalen Teilnehmern gab es 2019 gegenüber dem Rekordjahr 2018 (115.938) einen umbaubedingten Rückgang um 12 Prozent. „Wir haben uns bewusst für einen Umbau bei laufendem Betrieb entschieden, dazu haben wir das Jahr in Veranstaltungsphasen und Bauphasen aufgeteilt“, so Baumann-Söllner. Mit 540 Euro gibt ein Kongressgast rund doppelt so viel Geld aus wie der durchschnittliche Wien-Besucher. Die Teilnehmerzahl 2019 war trotz Umbau mit dem Veranstaltungsjahr 2016 vergleichbar, die positiven ökonomischen Impulse entsprechen somit einem BIP-Effekt von über 450 Mio. Euro sowie der Schaffung von über 3.000 Arbeitsplätzen in Österreich. Die Entwicklung der Umsätze aus Veranstaltungen und Partnerprovisionen verlief 2019 ähnlich: Mit 13,2 Mio. Euro lag man 10,5 Prozent unter dem Ergebnis des Rekordvorjahres (14,8 Mio. Euro).

2020 droht Totalausfall für Kongressbranche

„Die bisherigen Verschiebungen und Absagen der Großkongresse innerhalb der letzten drei Monate hatten aber auch dramatische Auswirkungen auf Stadthotellerie, Gastronomie und zahlreiche Partnerunternehmen in Wien“, so Baumann-Söllner.

Die Corona-Pandemie hat die internationale Kongressbranche hart getroffen. Seit einigen Wochen ist der Trend wieder klar positiv – sowohl bei den nationalen Maßnahmen als auch bei den so wichtigen Grenzöffnungen. Trotzdem muss heuer – zumindest bis zum Herbst – mit einem Komplettausfall aller Großveranstaltungen gerechnet werden.

„Den Umfang des Gesamtverlustes für den gesamten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Wien werden wir erst in bis zwei Jahren seriös bewerten können“, so Baumann-Söllner.

Planungssicherheit für Herbst ist entscheidend für Standort

Für den Herbst ist die Situation aus Sicht der Kongressbranche noch unklar: Seit Mitte Juni dürfen laut Paragraf 10a der Lockerungsverordnung Fach- und Publikumsmessen ohne Teilnehmerbeschränkung unter bestimmten Hygienevorgaben stattfinden. Entgegen zahlreicher Medienberichte sind allerdings Kongresse noch nicht von dieser entscheidenden Lockerung betroffen. „Nach derzeitigem Stand sind im Oktober und November noch zwei Großkongresse bei uns vorgesehen. Angesichts des sehr positiven Gesamttrends bin ich sehr zuversichtlich, dass ab September auch Kongresse mit Teilnehmerzahlen über 1.000 Personen stattfinden können. Allerdings benötigt die Branche schon jetzt Planungssicherheit für den Herbst“, so Baumann-Söllner. Die Aufrechterhaltung der 1.000-Teilnehmer-Grenze wäre gleichbedeutend mit einer Auslastung von 5 Prozent der Räumlichkeiten im Austria Center und der Absage aller noch verbliebenen Kongresse im Jahr 2020.

Angebot für Meetings, Seminare und kleine Tagungen

Austria Center Vienna: Hygienekonzept Raum, Foto: IAKW-AG/Ludwig Schedl

Austria Center Vienna: Hygienekonzept Raum, Foto: IAKW-AG/Ludwig Schedl

Seit Mitte Juni finden nach der Corona-Pause wieder Seminare und Meetings statt. Damit dies möglich ist, wurde Innerhalb der vergangenen Monate ein hauseigenes Hygienekonzept entwickelt: Eine skalierbare Klassenzimmerbestuhlung garantiert einen Mindestabstand von über einem Meter, dies gilt sowohl für einen Raum mit 50 Personen als auch einen Saal mit knapp 1.000 Teilnehmern. Außerdem beinhaltet das Konzept Frischluftzufuhr, Desinfektion, Wegeleitung zur Vermeidung von Ansammlungen und klare Cateringlösungen.

„Die gesamte Branche ist in dieser schweren Zeit besonders gefordert, neue Konzepte und attraktive Angebote zu entwickeln. Neben den kurzfristigen Hygienemaßnahmen liegt unser Fokus auf dem Ausbau unserer digitalen Angebote, denn dem „hybriden“ Kongress – also der Teilnahme vor Ort und gleichzeitig virtuell von zu Hause aus – gehört die Zukunft“, so Baumann-Söllner abschließend.

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