Coronavirus: Veranstaltungen in Österreich werden stark eingeschränkt

Die österreichische Regierung hat am 10. März weitere Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt. Neben dem Einreisestopp für Personen aus Italien und der Einstellung des Lehrbetriebs an Unis und Fachhochschulen werden auch Veranstaltungen stark eingeschränkt. Das gaben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz bekannt.

Online seit 10. März 2020 13:30, letztes Update: 12. März 2020 11:20 Uhr

Veranstaltungen ab 100 TeilnehmerInnen betroffen

Am 10. März 2020 fand eine Pressekonferenz zum Thema Coronavirus im Innenministerium statt. Im Bild Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.) mit Bundesminister Karl Nehammer (l.) und Bundesminister Rudolf Anschober (r.). Foto: BKA

Am 10. März 2020 fand eine Pressekonferenz zum Thema Coronavirus im Innenministerium statt. Im Bild Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.) mit Bundesminister Karl Nehammer (l.) und Bundesminister Rudolf Anschober (r.). Foto: BKA

Gesundheitsminister Rudolf Anschober gab die Einschränkungen bei Veranstaltungen bekannt: bis Anfang April werden Indoor-Veranstaltungen über 100 TeilnehmerInnen und Outdoor-Veranstaltungen über 500 TeilnehmerInnen abgesagt. Das betrifft alle Arten von Veranstaltungen, egal ob Sport, Kultur oder Party.

Die Corona-Epidemie habe sich in sehr schnellem Tempo ausgebreitet, so Anschober. „Wir müssen für ein paar Monate (voraussichtlich) unser Leben verändern“, sagte der Gesundheitsminister. Das Risiko einer Ansteckung muss reduziert werden, dies soll vor allem durch die Reduktion der soziale Kontakte erreicht werden.

Für organisierte und angemeldete Veranstaltungen gebe es die Möglichkeit, die Genehmigung dafür nicht zu erteilen. Ob etwa Fußballspiele ohne Publikum stattfinden oder ganz abgesagt werden, müssten die Veranstalter entscheiden, so Kurz. Unklar ist auch, ob und in welcher Form die Plenarsitzungen im Parlament stattfinden. In vielen Kulturinstitutionen tagen unterdessen Krisenstäbe zur Frage, wie mit kommenden Premieren und Konzerten umgegangen werden soll.

Statement der emba zur aktuellen Corona-Krise

emba-Vorstand Martin Brezovich, Foto: emba/Dr Barbara Wirl

emba-Vorstand Martin Brezovich, Foto: emba/Dr Barbara Wirl

Als Branchenverband der führenden Live-Marketing-Agenturen Österreichs nimmt die emba (event marketing board austria) die veröffentlichten Maßnahmen der Bundesregierung, die eine Absage fast aller Veranstaltungen in Österreich bedeuten, zur Kenntnis und sagt größtmögliche Kooperation zu.

Alle Maßnahmen, die für das Wohl der österreichischen Bevölkerung notwendig sind, werden unterstützt.

Gleichzeitig weist der Branchenverband mit Nachdruck auf die dramatischen wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Maßnahmen und die existenzbedrohende Situation für die österreichischen Event- und Livemarketing-Agenturen und die gesamte Zulieferindustrie wie Technikpartner, Cateringunternehmen, Locations, etc. hin.

„Wir bauen auf die gleiche Umsicht der verantwortlichen Entscheidungsträger, mit der die Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung getroffen wurden, bei der Schaffung von Notfallfonds und Ausgleichszahlungen für die angeschlagene Branche!“, so Martin Brezovich, Vorstandsvorsitzender und Sprecher der emba.

 

Erste Absagen von Veranstaltungen und Vorstellungen

  • Die Spiele der Tipico Bundesliga und der 2. Liga werden vorerst ausgesetzt. Dies betrifft konkret die nächsten beiden Spieltage.
  • Das Achtelfinal-Hinspiel der Europa-League zwischen dem LASK und Manchester United geht ohne Zuschauer über die Bühne.
  • Das Testspiel des Nationalteams am 30. März gegen die Türkei in Wien ist ebenfalls betroffen.
  • Das Wiener Konzerthaus und das Theater in der Josefstadt sagen alle geplanten Veranstaltungen bis Ende März ab.
  • Die Wiener Stadthalle sagt 23 Events bis Ende März ab. Ersatztermine werden gesucht, Karten können zurückgegeben werden.
  • Der Kinobetreiber Cineplexx will seine Kinos offen halten. Bei Filmvorstellungen sollen nur maximal 95 Karten verkauft werden. Zwischen zwei Zuschauern soll immer ein Platz frei bleiben. Dies wurde bereits im Online-Reservierungs-Tool implementiert.
  • Konzertveranstalter Barracuda Music sagt 40 Konzerten bis Ende März ab. An Ersatzterminen wird gearbeitet, sind diese nicht möglich wird der Ticketpreis zurück erstattet.
  • Auch Clubs und Diskotheken schließen ihren Betrieb, so z.B. die Diskothek Volksgarten in Wien zumindest bis 3. April.
  • Auch international gibt es große Konzertabsagen
    • Der Auftritt von Miley Cyrus in Australien wurde abgesagt.
    • Madonna zwei Shows in Paris abgesagt.
    • Pearl Jam haben ihre ganze US- und Kanadatour auf den Herbst verschoben.
    • Das legendäre Coachella-Festival in Kalifornien wurde von von April auf Oktober verschoben.
  • Der Ski-Weltcup der Damen in Aare (Schweden) und der Herren in Kranjska Gora (Kroatien) wurde abgesagt.
  • In Italien müssen ab 12. März alle Geschäfte, Bars und Restaurants schließen, ausgenommen davon sind nur Supermärkte, Lebensmittelhändler, Apotheken, Banken und Postfilialen.

NEOS/UNOS fordern ein WKO-Konjunkturpaket

„Die Wirtschaftskammer muss sich mit ihren Milliarden-Rücklagen sofort an gezielten Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft und unsere UnternehmerInnen beteiligen!“ so UNOS Bundessprecher Michael Schuster. So wie Italien wird es auch Österreich treffen: wahrscheinlich werden Kinos, Schwimmbäder, Clubs und Diskotheken gesperrt. Menschen werden (richtigerweise) vom Reisen abgehalten. Die heimische Wirtschaft wird dies massiv treffen.

Die Erleichterung der Kurzarbeit ist ein richtiger erster Schritt. Doch ein guter Teil der UnternehmerInnen hat auch Kredite aufgenommen, um über die Runden zu kommen. „Deutschland hat bereits ein Konjunktur- und Investitionspaket geschnürt. Österreich muss hier nachziehen. Mittel dafür sind mehr als genug vorhanden. Es ist Zeit, den UnternehmerInnen in dieser Situation der Unsicherheit die Kammermilliarde zurückzugeben!“, fordert der UNOS Bundessprecher die Wirtschaftskammer zum Handeln auf.

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Titelbild: Am 10. März 2020 fand eine Pressekonferenz zum Thema Coronavirus im Innenministerium statt. Im Bild Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.) mit Bundesminister Karl Nehammer (l.) und Bundesminister Rudolf Anschober (r.). Foto: BKA

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