Event-Day 2019: Branchenexperten diskutierten Zukunftsfragen der Eventbranche

Event-Day 2019: Branchenexperten diskutierten Zukunftsfragen der Eventbranche

Starkes Signal und hohes Engagement der Eventbranche beim ersten Event-Day am 29. Jänner in der Messe Wien. Erik Kastner, WKW Branchensprecher der Eventagenturen, Eventmanager und WKO Bundesbranchensprecher (eventnet), lud Mitglieder aus dem Bereich des Eventmanagements der Fachgruppen Freizeit- und Sportbetriebe aus Wien und Niederösterreich zu dieser Tagung ein. Mehr als 120 TeilnehmerInnen folgten der Einladung und diskutierten in sechs Workshops zentrale Branchenfragen, die bei einer Abschlusspräsentation in einem Forderungskatalog festgehalten wurden.

Was die Branche braucht

Das Feedback zum ersten Event-Day war für die Organisatoren sehr beeindruckend: 82 % der Anwesenden stellten fest, dass sie die Veranstaltung interessant bzw. sehr interessant fanden, 65% plädierten dafür, den Beruf des Eventmanagers bzw. der Eventmanagerin auch zu einem Lehrberuf zu machen, 54% sind zur Mitarbeit in der Wirtschaftskammer bereit und 87% der befragten Anwesenden sind der Meinung, dass gemeinsam etwas „bewegt bzw. verändert“ werden kann. Mit diesem klaren Auftrag ausgestattet, wolle man die Interessen der Branche weiterhin stark vertreten, stellte Markus Grießler, Spartenobmann der Tourismus- und Freizeitwirtschaft fest, und man wolle Wien nicht nur zur Welthauptstadt des Tourismus, sondern auch des Eventbereichs machen.

Intensive Diskussionen in den Workshops

Die Ergebnisse der sechs Workshops wurden nach vierstündiger intensiver Diskussion dem Plenum präsentiert.

1. Einheitliches Veranstaltungsgesetz

Im ersten Workshop wurde das Thema „Veranstaltungsgesetze und Umsetzung“ bearbeitet. Die Branche fordert bereits seit Jahren ein einheitliches, bundesweites Veranstaltungsgesetz, um BranchenteilnehmerInnen maximale Rechtssicherheit und Gestaltungsmöglichkeit zu gewährleisten.

Klaus Vögl und Martin Brezovich als Branchen- und Fachexperten erstellten mit den anwesenden Workshop-TeilnehmerInnnen einen umfassenden Forderungskatalog. Es wurden zwei Optionen als Zukunftsvisionen definiert: Eine Option wäre die Transferierung des Veranstaltungsgesetzes in die Bundeskompetenz und in der Folge eine Verfassungsänderung – dadurch entstünde ein einheitliches Bundes-Veranstaltungsgesetz. Als zweite Option erschien den Experten sinnvoll und zielführend, zumindest einen bundesweit einheitlichen Rahmen zu erarbeiten, der als Orientierung für die Bundesländer fungieren soll.

2. Forderung nach einem verbindlichen Eventboard

Nach dem Vorbild der Vienna Filmcommission soll es in Wien eine Koordinationsstelle für Events geben, eine Stelle, die Behördenwege und Genehmigungen zwischen Stadt und Magistrat erleichtert, so die Forderung des zweiten Workshops unter der Leitung von Markus Grießler und Herwig Straka.

3. Arbeitszeit und Flexibilisierung: Forderung nach Pauschalregulierungen

Ebenfalls heiß diskutiert wurde das Thema Arbeitszeit im Workshop von Günter Steinlechner und Andreas Leitl, und auch hier wurde das Modell der Vienna Filmcommission als Orientierung gewählt, um die heterogene Branche, die sehr variable Arbeitszeiten hat, entsprechend neu aufzustellen.

4. Aus- und Weiterbildung: Klares Profil und gezielte PR-Arbeit

Die Eventbranche benötigt qualifizierte Fachkräfte und motivierten Nachwuchs. Leider assoziieren viele Events mit ‚Party‘ und ‚Fest‘, in der Praxis geht es um hochkomplexes Agieren und Organisieren. Margit Szeliga-Schrall und Oliver Kitz plädierten dafür, das Berufsprofil in der Öffentlichkeit noch deutlicher zu stärken, den Event-Begriff sogar zu erweitern und positive Role Models der Branche durch gezielte PR-Arbeit zu präsentieren, um mehr Nachwuchs anzuziehen.

5. Compliance: Definition eines dienstlichen Interesses

Georg Jeitler, Artur Schuschnigg und Gert Zaunbauer formulierten Kritik am Antikorruptionsgesetz für die Eventbranche, weil die darin enthaltene Formulierung „Missbrauch anvertrauter Macht zu privatem Vorteil“ sehr unklar sei. Es sei oft nicht einfach, den Wert einer Einladung zu errechnen. Man könne sich folgenden Weg aus dem Dilemma vorstellen: eine Art „Zertifikat“ wie beim Spendengütesiegel oder bei den „Green Events“, dass diese oder jene Veranstaltung ‚compliant‘ sei und den Normen des Österreichischen Antikorruptionsgesetzes“ entspreche. Auch die stärkere Klarstellung, „was ein dienstliches Interesse“ sei, sowie die Einführung einer abgestuften „Amtsträger Pyramide“ sind mögliche Wege.

6. Zertifizierung und Qualitätssicherung

Mit einer launigen Abschlusspräsentation wiesen Peter Hosek und Matthias Koch auf das Thema Zertifizierung und Qualitätssicherung der Branche hin. Im Workshop habe man unisono festgestellt, dass das bisherige System der Zertifizierung ungenügend sei, und man schlage vor, bei der Anmeldung für den Gewerbeschein automatisch auch Informationen über Qualitätssicherung zu vermitteln.

 

Event-Day-Organisator Erik Kastner, Foto: Andreas Hroß

Event-Day-Organisator Erik Kastner, Foto: Andreas Hroß

Bevor es zum Networking ging, stellte der Organisator Erik Kastner abschließend fest: „Der Event-Day war Startschuss für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit zwischen allen Mitgliedern der Fachgruppe und den Verantwortlichen in der Wirtschaftskammer Wien und soll in regelmäßigen Abständen stattfinden. Ich werde mit voller Wucht die Interessen der Branche vertreten.“

 

Informationen und Unterlagen: www.event-day.at

 

Über die WKO Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe

Die Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe ist als zweitgrößte und bei weitem vielfältigste Fachorganisation im Bereich der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft interessenpolitische Heimat von ca. 5.000 UnternehmerInnen in rund 40 verschiedenen Berufsgruppen. Die Branchenzweige lassen sich in drei große Gruppen einteilen:

  1. Sportbetriebe aller Art, von Fitnessbetrieben über BootsvermieterInnen und Segelschulen, bis hin zu Tennis-, Squash- und Golfplätzen.
  2. Freizeit- und kulturorientierte Unternehmen, allen voran der Event- und Veranstaltungbereich (Veranstaltungs-agenturen, Veranstaltungshäuser, Veranstalter, Messebetriebe), gefolgt von FremdenführerInnen und ReisebetreuerInnen bis hin zu Tanzschulen, Solarien und Sportlervermittlern.
  3. BetreiberInnen erlaubter Spiele wie Kartencasinos, Spielautomaten und Glücksspiele inklusive Spielbanken sowie BuchmacherInnen und WettvermittlerInnen.
    Zu den Mitgliedern zählen darüber hinaus auch eine Reihe sehr spezieller Branchen wie Campingplätze, Discjockeys, GarderobenhalterInnen sowie Pferde- und ReittrainerInnen und Reitställe.

Die Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen, die sich bei der Ausübung unternehmerischer Tätigkeit ergeben. Innerhalb der Wirtschaftskammerorganisation ist die Fachgruppe Bindeglied und Wegweiser zu vielfältigen Serviceeinrichtungen.

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