Initiative „Ohne Uns – Kein Event“ schreibt offenen Brief an die Bundesregierung

Die beiden Initiativen „Ohne uns“ von Philipp Cejnek und Katharina Zehender und „Kein Event“ von Maryam Yeganehfar haben gemeinsam einen offenen Brief an die österreichische Bundesregierung geschrieben. „Ohne Uns – Kein Event“ versteht sich als Vertretung der gesamten Event-, Live-Marketing und Unterhaltungsbranche Österreichs.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kurz,
Sehr geehrter Herr Finanzminister Blümel,
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schramböck,

OHNE UNS – KEIN EVENT! Eine ganze Branche kämpft um das Überleben!

Das Wesen unserer Branche ist es Erlebnisse zu schaffen, unvergessliche Momente zu kreieren und eine Bühne für unsere Kunden zu bieten. Unsere Arbeit verläuft still – fast heimlich im Vorfeld und hinter den Kulissen. Wir schaffen der Stimmen unserer Kunden ein Auditorium haben aber selber keine Stimme. Und keine Vertretung.

Die Initiativen OHNE UNS – KEIN EVENT stehen für die gesamte Event-, Live-Marketing und Unterhaltungsbranche Österreichs.

Wer sind wir:

Wir sind 140.000 Menschen, die im Veranstaltungssektor arbeiten, jährlich eine Wertschöpfung von 8,9 Milliarden € generieren und damit 3% des österreichischen BIP erwirtschaften (Quelle IHS Studie 2017)!

Zu uns gehören:

Event und Live Marketing Agenturen, Event Produktionen, Veranstaltungstechnik Firmen, Freie Ton- und Lichttechniker, Mietmöbel Lieferanten, Firmen im Bereich des Einladungsmanagement, Event Floristen, Dekorateure, Veranstaltungsausstatter, Musiker und DJs, Moderatoren, Catering Unternehmen, Service Mitarbeiter, Leihpersonalfirmen für Veranstaltungen, Digitale Projektionskünstler, Zeltvermieter, Locationbetreiber und -vermieter, Pflanzenvermieter, Plan Zeichner, Fotografen, Filmemacher, Wedding Planer, Druckereien, Kleinkünstler, u.v.m.

Unsere Situation: First Out – Last In

  • Wir sind die Ersten, die aus dem System herausgenommen wurden und werden die Letzten sein, die wieder arbeiten dürfen.
  • Wir haben auf jeden Fall ein halbes Jahr, von März bis (mindestens) August 2020 „Berufsverbot“.
  • Wir sind seit März mit 100%igen Ausfällen konfrontiert und haben dabei keine Chancen auf Stornozahlungen.
  • Die Buchungslage reflektiert zumindest bis Dezember 2020 einen Umsatzverlust von 100%.
  • Wir haben aufgrund der Null-Perspektive und der Verunsicherung unserer Kunden aktuell und bis auf weiteres keine Chance New Business zu lukrieren.
  • Wir haben aufgrund unserer Niederlassungen, Ateliers, Werkstätten, Lager, Fuhrparks, IT Systeme, Technik, Locations, Versicherungen, Personal ein sehr hohes Aufkommen an Fixkosten, welches einem Null-Umsatz gegenüber steht.
  • Der Härtefallfond und die Corona-Hilfs-Fonds, Fixkostenzuschüsse gelten nur bis Mitte Juni, die Kurzarbeit bis September. Das mag ausreichend sein für Unternehmen, die ab Anfang Mai wieder ihre Arbeit aufnehmen können, ist aber definitiv keine Option für eine ganze Branche, welcher derzeit keine Perspektive gegeben wird und daher einem 100%igen Umsatzentgang entgegenblickt.

Was wir wollen:

  1. Wir wollen eine Ausweitung der Kurzarbeitsregelungen für unsere ganze Branche, bis wir wieder zu 100% unsere Arbeit aufnehmen dürfen.
  2. Wir wollen eine Ausweitung des Hilfsfonds und der Fixkostenzuschüsse bis wir wieder zu 100% unsere Arbeit aufnehmen dürfen, sowie eine zugesagte Unterstützung darüber hinaus bis Projekte und Budgets wieder abgerechnet werden können. Weiters dürfen Umsätze/Eingänge von bereits getätigten Leistungen (vor Mitte März 2020) sowie ggfs. Abschlagszahlungen und Vorarbeiten für nach einer Wiederöffnung nicht mit allfälligen Hilfszahlungen und Zuschüssen gegengerechnet werden.
  3. Da unsere Branche auch nach Auflösung der Maßnahmen eine lange Vorlaufzeit hat um ihre Leistungen wieder umsetzen zu können, fordern wir, dass unsere gesamte Branche in einem staatlich getragenen „künstlichen Tiefschlaf“ versetzt wird um unsere Fixkosten maximalst zu reduzieren, unsere Liquidität zu halten und unseren Neustart bzw. unser Überleben zu gewähren.
  4. Darüber hinaus fordern wir umgehend einen Runden Tisch mit Vertretern der Behörden und Politik, sowie unserer Branche (und Initiativen) an dem sowohl für unsere Branche als auch für die österreichische Bevölkerung und damit unseren Kunden, Gästen und Teilnehmern erarbeitet wird, wie und wann eine Wiederöffnung und Neustart, unter Einhaltung aller Maßnahmen aber auch so, dass nur minimale Verluste entstehen, gestaltet werden kann.

Hochachtungsvoll,
Maryam Yeganehfar, in Vertretung für die Initiative „KEIN EVENT“
Philipp Cejnek, in Vertretung für die Initiative „OHNE UNS“
Katharina Zehender, in Vertretung für die Initiative „OHNE UNS“

 

Download des offenen Briefs an die Bundesregierung (keinevent.at)

 

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